Eine Photovoltaikanlage mit oder ohne Speicher lässt sich grundsätzlich auch finanzieren, ohne eine neue Grundschuld im Grundbuch einzutragen. Ob die Finanzierung tatsächlich ohne grundpfandrechtliche Sicherheit auskommt, entscheidet jedoch nicht die Bezeichnung des Kredits, sondern die konkrete Vertragsgestaltung.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer kommt deshalb vor allem ein genauer Vergleich infrage: Entscheidend sind die verlangten Sicherheiten, der effektive Jahreszins, die Gesamtkosten und die Frage, ob die geplante Anlage einschließlich Speicher, Montage und notwendiger Arbeiten vollständig finanziert werden kann.

Was bedeutet ein Kredit ohne Grundbucheintrag?
Bei einer Immobilienfinanzierung kann die Bank eine Grundschuld als Sicherheit eintragen lassen. Sie wird im Grundbuch vermerkt und dient der Bank dazu, ihre Ansprüche abzusichern, wenn ein Darlehen nicht vertragsgemäß zurückgezahlt wird.
Ein Kredit ohne Grundbucheintrag verzichtet auf eine neue Grundschuld als Sicherheit für das konkrete Vorhaben. Das kann den grundbuchbezogenen Aufwand verringern. Es bedeutet aber nicht, dass die Bank auf eine Bonitätsprüfung verzichtet oder dass der Kredit risikofrei ist.
Die Kreditrate muss unabhängig davon gezahlt werden, wie viel Strom die Photovoltaikanlage erzeugt. Prüfen Sie deshalb auch andere mögliche Sicherheiten und Vertragsbedingungen sorgfältig. Eine Finanzierung sollte nur gewählt werden, wenn die Rückzahlung dauerhaft in Ihr Haushaltsbudget passt.
| Wichtig: Ob ein Kredit wirklich ohne neue Grundschuld auskommt, sollte ausdrücklich im Angebot oder Kreditvertrag festgehalten sein. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Bezeichnung „Modernisierungskredit“ oder „Photovoltaikkredit“. |
Welche Kreditarten kommen infrage?
Modernisierungs- oder Ratenkredit ohne Grundpfandrecht: Für eine überschaubare Investition kann ein klassischer Ratenkredit oder ein Modernisierungskredit ohne grundpfandrechtliche Sicherheit infrage kommen. Die Rückzahlung erfolgt meist in festen monatlichen Raten über eine vereinbarte Laufzeit.
Prüfen Sie im Verwendungszweck, ob die gesamte geplante Maßnahme abgedeckt ist. Dazu können neben den Solarmodulen auch ein Speicher, die Montage, der Netzanschluss sowie erforderliche Arbeiten am Gebäude gehören. Eine Finanzierungslücke kann entstehen, wenn einzelne Kostenpositionen ausgeschlossen sind.
Für den Vergleich sind insbesondere der effektive Jahreszins, der Gesamtbetrag, die Laufzeit und die Bedingungen für eine vorzeitige Rückzahlung relevant. Ein niedriger beworbener Sollzins allein sagt noch nicht aus, welches Angebot insgesamt günstiger ist.
KfW-Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“: Das Förderprogramm kann grundsätzlich die Finanzierung von Photovoltaikanlagen und Speichern unterstützen. Auch Privatpersonen können antragsberechtigt sein, wenn sie zumindest einen Teil des erzeugten Stroms einspeisen oder verkaufen.
Der Antrag wird über eine Bank gestellt und muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen. Dazu zählt insbesondere, dass noch kein rechtlich bindender Kaufvertrag für die zu finanzierende Maßnahme abgeschlossen wurde. Klären Sie den Ablauf daher vor einer verbindlichen Beauftragung mit der finanzierenden Bank.
KfW 270 ist nicht automatisch ein Kredit ohne Grundbucheintrag. Die Hausbank prüft Bonität und Sicherheiten und entscheidet, welche Absicherung sie im konkreten Fall verlangt. Ob eine neue Grundschuld erforderlich ist, muss deshalb ausdrücklich mit der Bank vereinbart werden.
| Förderkredit richtig einordnen: Ein Förderprogramm kann die Finanzierungsmöglichkeiten erweitern, garantiert aber weder einen bestimmten Zinssatz noch eine bestimmte Sicherheitsgestaltung. Maßgeblich bleibt der konkrete Vertrag mit der finanzierenden Bank. |
Worauf sollte man beim Vergleich achten?
Vergleichen Sie mehrere verbindliche Angebote möglichst für dieselbe Kreditsumme und dieselbe Laufzeit. So lassen sich Kosten und Leistungen besser gegenüberstellen.
- Effektiver Jahreszins: Welche jährlichen Kosten werden unter Berücksichtigung der Vertragsbedingungen ausgewiesen?
- Gesamtbetrag: Wie viel zahlen Sie über die gesamte Laufzeit einschließlich Zinsen zurück?
- Monatsrate: Passt die Rate dauerhaft zu Ihrem Einkommen und zu Ihren übrigen Verpflichtungen?
- Grundschuld: Bestätigt die Bank ausdrücklich, dass keine neue Grundschuld verlangt wird?
- Sondertilgungen: Können Sie den Kredit früher teilweise oder vollständig zurückzahlen?
- Vorfälligkeitskosten: Welche Kosten können bei einer vorzeitigen Rückzahlung entstehen?
- Verwendungszweck: Sind Anlage, Speicher, Montage und erforderliche Arbeiten vom Vertrag abgedeckt?
- Zusatzprodukte: Welche weiteren Verträge oder Versicherungen werden angeboten und was kosten sie?
Eine Restschuldversicherung sollten Sie nicht unkritisch abschließen. Sie kann die Finanzierung deutlich verteuern. Prüfen Sie Kosten, Leistungsumfang, Ausschlüsse und Wartezeiten sorgfältig und entscheiden Sie, ob der zusätzliche Schutz in Ihrem persönlichen Fall überhaupt erforderlich ist.
Wie hoch darf die Monatsrate sein?
Die Monatsrate sollte auch dann tragbar bleiben, wenn die Photovoltaikanlage zeitweise weniger Strom erzeugt, Reparaturen anstehen oder andere unerwartete Ausgaben entstehen. Rechnen Sie nicht damit, dass Eigenverbrauch und Einspeiseerlöse die Kreditrate zuverlässig und vollständig ausgleichen.
Kalkulieren Sie die erwarteten Solarerträge vorsichtig. Berücksichtigen Sie dabei den tatsächlichen Eigenverbrauch, mögliche Einspeiseerlöse, saisonale Schwankungen und die Entwicklung Ihres Strombedarfs. Planen Sie zusätzlich einen finanziellen Puffer für laufende Kosten und unvorhergesehene Belastungen ein.
| Rechnerisches Beispiel | Angabe |
| Darlehensbetrag | 20.000 Euro |
| Gebundener Sollzins | 6 Prozent pro Jahr |
| Laufzeit | 10 Jahre |
| Monatsrate | ungefähr 222 Euro |
| Gesamtbetrag | ungefähr 26.645 Euro |
| Hinweis zum Rechenbeispiel: Die genannten Werte sind rein rechnerisch und stellen kein aktuelles Kreditangebot dar. Tatsächliche Raten und Gesamtkosten hängen unter anderem von Anbieter, Bonität, Vertragsdetails und dem konkreten Tilgungsplan ab. |
Weitere Kosten und Pflichten
Neben der Kreditrate können weitere Kosten entstehen. Bilden Sie nach Möglichkeit Rücklagen für Wartung, Reparaturen und den späteren Austausch einzelner Komponenten. Auch ein Wechselrichter oder ein Speicher kann nach mehreren Jahren ersetzt oder modernisiert werden müssen.
Prüfen Sie außerdem, welcher Versicherungsschutz zu Ihrer Anlage und Ihrer Immobilie passt. Dabei können beispielsweise Schäden durch Sturm, Hagel, Überspannung oder technische Defekte relevant sein. Lassen Sie sich nicht automatisch Zusatzprodukte vermitteln, sondern vergleichen Sie Leistungsumfang und Kosten sorgfältig.
Eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage muss grundsätzlich innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registriert werden. Die Registrierungspflicht besteht unabhängig davon, ob die Anlage mit einem Kredit, aus eigenen Mitteln oder ohne neue Grundschuld finanziert wurde.
Schritt für Schritt zur passenden Finanzierung
- Anlage kalkulieren: Ermitteln Sie die Kosten für Photovoltaikanlage, Speicher, Montage, Netzanschluss und erforderliche Arbeiten möglichst vollständig.
- Haushaltsbudget prüfen: Berechnen Sie, welche Monatsrate auch bei niedrigeren Solarerträgen, Reparaturen und anderen unerwarteten Ausgaben tragbar bleibt.
- Angebote vergleichen: Stellen Sie mehrere Angebote mit identischer Kreditsumme und Laufzeit gegenüber. Achten Sie auf effektiven Jahreszins, Gesamtbetrag und Monatsrate.
- Grundbuchfreiheit bestätigen lassen: Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass für den Kredit keine neue Grundschuld verlangt wird, und prüfen Sie, ob andere Sicherheiten vorgesehen sind.
- Fördermöglichkeiten prüfen: Klären Sie KfW 270 und andere mögliche Förderungen vor Vertragsabschluss und insbesondere vor einem rechtlich bindenden Kaufvertrag.
- Vertrag kontrollieren: Lesen Sie Verwendungszweck, Sondertilgungen, Vorfälligkeitskosten, Zusatzprodukte und sämtliche Gebühren sorgfältig durch.
- Erst danach beauftragen: Schließen Sie den Kredit ab und erteilen Sie den Auftrag für die Anlage erst, wenn Finanzierung, Förderbedingungen und Haushaltsbudget geklärt sind.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile und Grenzen |
| Kein neuer Grundschuldeintrag erforderlich | Ein höherer Zinssatz als bei grundpfandrechtlich besicherten Darlehen ist möglich |
| Meist weniger grundbuchbezogener Aufwand | Die Bonitätsprüfung bleibt bestehen |
| Klare, feste Monatsraten können die Planung erleichtern | Die Rate läuft unabhängig von der tatsächlichen Stromproduktion |
| Kreditbetrag und Laufzeit können begrenzt sein |
Fazit
Ein Modernisierungskredit für Photovoltaik ohne Grundbucheintrag kann eine passende Lösung sein, wenn die Monatsrate dauerhaft zu Ihrem Haushaltsbudget passt und der Vertrag tatsächlich keine neue Grundschuld verlangt. Vergleichen Sie nicht nur den Zinssatz, sondern auch Gesamtbetrag, Verwendungszweck, Rückzahlungsbedingungen und mögliche Zusatzkosten.
Wenn Sie das KfW-Programm 270 nutzen möchten, sollten Sie die konkrete Absicherung frühzeitig mit der Hausbank klären. KfW 270 ist nicht automatisch grundbuchfrei. Ob die Bank eine Grundschuld oder andere Sicherheiten verlangt, ergibt sich aus der individuellen Prüfung und dem konkreten Kreditvertrag.
Hinweis zur Aktualität
Zinsen, Förderbedingungen und Vertragskonditionen können sich ändern. Prüfen Sie vor dem Abschluss die aktuellen Konditionen bei mehreren Anbietern und ziehen Sie bei Bedarf eine unabhängige Beratung hinzu. Achten Sie außerdem darauf, dass Angaben zu Förderung und Registrierung zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens noch gelten.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden Stellen bieten weiterführende Informationen zu Grundschuld, Krediten, Fördermöglichkeiten, Photovoltaikplanung und Registrierungspflichten:
- Verbraucherzentrale: Was versteht man unter einer Grundschuld?
- Verbraucherzentrale: Kredite und Darlehen vergleichen
- KfW: Erneuerbare Energien – Standard, Programm 270
- Verbraucherzentrale: Was bei der Planung einer Photovoltaikanlage wichtig ist
- Bundesnetzagentur: Informationen zum Marktstammdatenregister für Solaranlagen
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